
Nicht nur Akkordeon
Reisen, Ausflüge, Impressionen
Ein wichtiger Teil des Gemeinschaftslebens bei der ASN sind unsere jährlich stattfindenden Konzertreisen zu Pfingsten. Zum einen besuchen wir befreundete Orchester, um ein gemeinsames Konzert zu geben (der Gegenbesuch erfolgt meist im darauf folgenden Herbst), zum anderen sind unsere "Bädertouren" (Kurbadkonzerte) auch sehr beliebt.
Konzertreise des Akkordeon-Orchester ASN Berlin nach Cuxhaven
vom 2. bis 5. Juni 2011
Am Himmelfahrtstag, 2.6.2011, trafen sich die ersten verschlafenen Mitglieder und Gäste des Akkordeon-Orchesters ASN Berlin schon um 7.30 Uhr in Rudow am Reisebus. Unser uns schon bekannter Busfahrer Peter war gutgelaunt und umtriebig, verstaute die Instrumente und das Gepäck und wir nahmen unsere Sitzplätze ein.
Los ging es Richtung A24, wo unsere Nordlichter auf einem Parkplatz auf uns warteten und zustiegen. Der Verkehr wurde dichter, aber im Stau standen wir zum Glück nicht. In die Busfenster wurden Plakate gehängt, damit auch jeder von außen erkennen konnte, welche musikalische Truppe hier unterwegs war.
Bernie hatte wieder für ausreichend Getränke gesorgt, Wasser, Apfelschorle, Bier waren vorhanden und mit Sekt wurde auf eine schöne Reise angestoßen. Es gab Gebackenes, Süßes, Saures und Deftiges. Alle haben zur guten Verpflegung beigetragen. Ein vorbereitetes Quiz lockerte die Fahrt auf. Wissenswertes über die Nordseeküste wurde abgefragt, über Natur, Kultur, typische Gerichte usw. Alle meinten, sie hätten doch noch etwas dazu gelernt.
Am Nachmittag kamen wir bei sonnigem Wetter und blauem Himmel in Cuxhaven an und bezogen unser Domizil, die Jugendbildungsstätte „Haus zur Sahlenburg“. Die Zimmer wurden zugewiesen, die Schlüssel vom launigen Herbergsvater verteilt, die Betten bezogen, die Koffer ausgepackt.
Viel Zeit zum Umgucken oder Ausruhen blieb uns nicht, denn schon bald mussten wir uns für unser 1. Konzert umziehen. Peter kutschierte uns sicher durch die engen Straßen zum Hotel Wernerwald, wo es erst einmal für uns alle ein gutes Essen gab. Gestärkt spielten wir danach eine Stunde lang bekannte Melodien für unsere Zuhörer. Zurück zur Herberge liefen wir gemütlich zu Fuß. Am Wegesrand gab es viele Restaurants und Kneipen, sodass die meisten von uns, trotz des frischen Windes, sich doch noch auf eine Terrasse setzten und bei einem heißen Getränk zusahen, wie die große, rote Sonne im Meer versank – wunderschön. Es war ein langer Tag und alle verschwanden müde in ihren Betten.
Launige Stadtrundfahrt mit Führung
Erst ab 9 Uhr gab es Frühstück –ungewöhnlich spät für eine Jugendherberge – aber so konnten wir wirklich ausschlafen und an den zwei gemeinsamen Duschen für 8 Frauen mussten wir nicht Schlange stehen.
Am Vormittag kam bei strahlendem Sonnenschein ein gut gelaunter Stadtführer in unseren Bus, der mit viel Wissen uns durch Sahlenburg, Duhnen und Döse führte, uns Geschichten über die Nordsee erzählte, mit uns auf den Deich wanderte und die Kugelbake zeigte, uns an der „Alten Liebe“ das Krabben pulen lehrte, mit „Küstennebel“ bekannt machte und mit lustigen Döntjes unterhielt. Die Zeit verging wie im Fluge. Endstation war eine Straße am Hafen, dicht bepflastert mit Fischlokalen, wo es wirklich außer Fisch nichts Essbares gab, nicht einmal ein Eis.
Zurück in unserer Herberge machten wir uns frisch, zogen uns um, denn auf dem Programm stand ein Konzert in Otterndorf, der grünen Stadt am Meer. Zur Saisoneröffnung spielten der ortsansässige Spielmannszug und wir, das Akkordeon-Orchester ASN Berlin.
Auch ein Witze- und Döntje-Erzähler unterhielt die Zuschauer. Aus unserem "2x45min"-Konzert wurden bestimmt 20 Minuten mehr und so kamen wir erschöpft und hungrig im Sportlerheim Rot Weiß an. Dort hatte unser Reise-Organisator Horst einen Grillabend vorbereitet. Gemütlich plaudernd saßen wir bei Essen und Trinken zusammen. Ganz Unermüdliche spielten auf dem grünen Fußballplatz bei untergehender Sonne noch Frisbee.
Wir sind gar nicht am Wasser
Nachdem wir unserem 2. Vorsitzenden zum Geburtstag gratuliert hatten und ihn hoch leben ließen, hatten wir den Vormittag zur freien Verfügung. In kleineren und größeren Gruppen fand man sich je nach Interessenlage und körperlichem Befinden zusammen.
Doch alle zog es erst einmal an die Nordsee. Es war Ebbe und Reiner bezweifelte schon, dass wir überhaupt am Wasser wären. Das wurde natürlich ein Running Gag, denn, wann immer wir auf einem Deich waren oder aus dem Bus einen Blick auf das Meer werfen konnten, das Wasser war weit draußen. Umso erstaunlicher ist es, wenn man sieht, wie schnell es wieder aufläuft. Nachmittags bei Flut hatten wir unsere Auftritte.
Durch das Watt zu laufen ist gesund und macht Spaß, doch erst einmal mussten wir uns mit Sonnencreme einreiben, denn auch dieser Tag bescherte uns Sonnenschein und blauen Himmel und es wurde richtig warm. Wunderbar!
Gut gelaunt und erholt, manche mit von der Sonne geröteter Nase, machten wir uns am Nachmittag auf zu unserem dritten Konzert in der Kurparkresidenz. Wir hoffen sehr, dass wir den kranken Menschen dort ein wenig Freude und Abwechslung in ihren Alltag gebracht haben und sie sich mit unseren Melodien an schöne Zeiten erinnern konnten.
Konzerthöhepunkt war unser Auftritt in der Kugelbake-Halle in Döse. Mit vielen bekannten Melodien animierten wir die Zuhörer zum Mitsingen und Mitklatschen. Besonderen Beifall erhielt natürlich wieder unser Saxophon-Solist Patrick, der sich mit „Tequila“ und „Peter Gunn“ sogar komödiantisch veranlagt zeigte. Nach einem solchen gelungenen Konzert kann man nicht gleich schlafen gehen. In der Herberge fanden wir einen Raum, in dem wir niemanden störten und mit Gesang und Akkordeonspiel von Norbert ließen wir den Tag ausklingen.
Ein Tag in Hamburg?!
Heute hieß es früh aufstehen, der Tidenkalender zwang uns dazu.
Horst hatte eine Kutschfahrt zur Insel Neuwerk organisiert und vorher mussten noch die Koffer gepackt, die Zimmer geräumt und gefrühstückt werden.
Um 8.30 Uhr fuhren die Kutschen vor, jede mit Platz für 8 Personen plus Kutscher. Über eine Leiter kletterten wir hoch und machten es uns mit Decken gemütlich, denn im Watt wehte der Wind doch ganz schön frisch um diese Uhrzeit.
Rund 13 Kilometer sind es bis zur Insel. Mit je zwei Pferden pro Kutsche trabten wir in der Sonne dahin. Vorbei an 7 Rettungsbaken, die Menschen, die in Seenot geraten als Zufluchtsort dienen und vorbei an Wattwanderern, die die Insel zu Fuß erreichen wollten.
In der Ferne sah man die großen Containerschiffe Richtung Hamburg fahren. Davor das Wattenmeer. Möwen schaukelten im Wind, wir fuhren durch Priele, dass das Wasser spritzte, sahen die Wellenbewegungen im Sand und fühlten uns wohl. Auf Neuwerk zeigt ein Quader mit der Aufschrift „Willkommen in der Freien und Hansestadt Hamburg“ an, dass man sich tatsächlich in der Hansestadt befindet.
Die Insel gehört zum Stadtteil Hamburg-Mitte und ist umgeben vom Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer. 1310 wurde das Wahrzeichen von Neuwerk, der Leuchtturm, fertig gestellt. Er ist somit Hamburgs ältestes Gebäude.
Wir machten eine Wanderung auf dem Deich und genossen die mittlerweile warme Sonne und die Ruhe.
Bevor wir mit dem Bus auf die Autobahn fuhren, hielt Busfahrer Peter noch einmal im Hafen an. Einige aßen ein leckeres Fischbrötchen, manche deckten sich auch noch mit frischem Fisch für Zuhause ein, der allerdings im unteren Gepäckbereich verstaut wurde.
Eine schöne, von Horst und Gisela professionell organisierte Vereinsfahrt, gute Konzerte, ein harmonisches Miteinander gingen zu Ende.
Nun freuen wir uns auf unsere nächsten Konzertreisen im nächsten Jahr nach Boltenhagen und 2013 nach Ungarn.
S. Pickert